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vladir0x: ” LeiSuRe hat mich mit der Aktion sehr enttäuscht und ihrem Namen keine Ehre gemacht”

Der ESL Meister im alpenScene talk

Vladimir “vladir0x” Garbeshkov ist womöglich einer der besten CS:GO-Spieler Österreichs. Der ESL Meisterschaftssieger von Frühling 2016, stellte sich den Fragen von alpenScene. Dabei erklärt der Wiener wie sein Abgang von LeiSuRe ablief, und woran es in Österreich fehlt.  Aufgepasst alle Leser können auch etwas gewinnen! Unter allen Kommentaren wird eine AK-47 Aquamarine, Minimal Wear verlost.

Das Aus bei LeiSure kam ziemlich überraschend, was waren schlussendlich die Gründe warum ihr von LeiSure entlassen wurdet?
Nachdem ich wieder ein österreichisches Lineup stellen wollte, war mir klar, dass die Idee ziemlich risikobehaftet ist. Nach langen Gesprächen mit Team LeiSuRe konnte ich sie von meiner Vision überzeugen und wir haben uns auf eine langfristige Zusammenarbeit geeinigt. Wir haben uns Anfangs schwer getan eine Harmonie zu finden, doch haben fleißig an uns weitergearbeitet. Schlussendlich waren die Ergebnisse einfach enttäuschend, sowohl für mich als Spieler, als auch für die Organisation. Nichtsdestotrotz haben wir alle internen Ziele erfüllt und positiv gestimmt in die Zukunft geblickt. Es kam sehr überraschend, da es seitens Management nie Andeutungen in dieser Richtung gab, sondern immer nur über die (gemeinsame) Zukunft geredet wurde. LeiSuRe hat mich mit der Aktion sehr enttäuscht und ihrem Namen keine Ehre gemacht. Wer Verträge abschließt sollte sie auch einhalten, auch im eSport Bereich. Auf der einen Seite nach Professionalität schreien, auf der anderen über eine dritte Person die Kommunikation weiterzuführen, ist heuchlerisch. Sie sind vertragsbrüchig geworden und haben sich auf der Gewissheit ausgeruht, dass die Einleitung juristischer Schritte wirtschaftlich nicht rentabel ist. Dazu wird aber sicherlich noch etwas kommen, ich werde Leisure, nach so einer langen Vergangenheit, nicht einfach so mit der Aktion durchkommen lassen.

Da dein vormaliges Team bereits in der ESL Meisterschaft unter dem Namen Private spielt, und du nicht in dem Team aufscheinst, wie sieht deine nahe persönliche Zukunft aus?
Da das Management uns die Nachricht erst nach dem „german shuffle“ mitgeteilt hat, werde ich wohl dazu gezwungen sein eine Pause einzulegen. Die Angebote die mir gemacht wurden, habe ich alle abgelehnt. Außerdem bin ich mit chrissK, mitsaras, shipta und nokz immer noch befreundet, doch eine gemeinsame CS Zukunft ist nicht geplant. Momentan fokussiere ich mich auf Einzel- und Teamcoaching. Das macht mir großen Spaß und ich kann mir neben meinem Studium ein bisschen Taschengeld dazuverdienen.

Wer Verträge abschließt sollte sie auch einhalten, auch im eSport Bereich. Auf der einen Seite nach Professionalität schreien, auf der anderen über einer dritten Person die Kommunikation weiterzuführen ist heuchlerisch

Wie sehr schmerzt es in dieser ESL Meisterschaft nicht dabei zu sein?
Es ist sicherlich die stärkste Meisterschaft seit langem. Ich liebe den Wettbewerb und leider muss ich zugeben, dass es mir weh tut nicht ein Teil davon zu sein. Mal schauen was die Zukunft bringt.

Dem Traum CS:GO-Vollzeitprofi scheinst du in Österreich sehr nahe zu kommen. Wie sieht deine persönliche Einstellung dazu aus?
Sich dazu zu entscheiden Vollzeit Counter-Strike zu spielen ist sehr riskant und bringt Vor- aber genauso Nachteile mit sich. Auf der einen Seite verdient man Geld mit seinem Hobby, man zahlt aber einen hohen Preis dafür. Was passiert, wenn man ein oder zwei Jahre “oben” mitspielt aber nie den großen Durchbruch schafft? Als Jugendlicher hat man dann “gut” verdient, zur “echten” Berufswelt verhältnismäßig normal  und gibt dafür seine Berufskarriere mehr oder weniger auf. Die Lücke im Lebenslauf ist da und auch wenn eSport irgendwann richtig anerkannt werden sollte, ist die Situation trotzdem problematisch. Wenn man das ganze ernst nimmt und (semi)-professionell betreibt, kann man sich viele Soft-Skills aneignen, die einen im Leben weiterhelfen, davon bin ich überzeugt und merke es an meiner Person. Wenn man im T1 Bereich spielen kann, ist das ein no-brainer. Let the money rain, haha.

Vladir0x - News
In Österreich gibt es kaum Teams die im deutschsprachigen Raum für Furore sorgen, woran fehlt es ?
Meiner Meinung nach liegt es an der Mentalität. Ich möchte niemanden persönlich angreifen, doch um sich zu verbessern, muss man tatsächlich auch Sachen machen, die einen weiterentwickeln. Man muss Zeit investieren, Demos schauen und sich mit dem Spiel beschäftigen, sowie Gedanken machen und Situationen analysieren. Die Spieler sind es gewohnt einfach nicht zu überlegen, Hauptsache man hat gutes Aim und wenn man stirbt hat man halt Pech gehabt, oder noch besser, der Gegner hat Glück! Wollen wir nicht erst anfangen was ein Team alles machen muss, damit es als eine Einheit funktioniert…

Geht diese Entwicklung einher mit der Glorifizierung von Spielern wie Scream und Co. ?

Schwer zu sagen. Einerseits ist es verständlich, dass man “Superstar” Spieler bewundert, doch andererseits sollten Ansager wie z.B. gla1ve oder gob b mindestens genauso eine Vorbildfunktion darstellen. Außerdem liegt es wohl auch an CS:GO selbst, denn in 1.6 ist man für unüberlegtes, beziehungsweise dummes spielen bestraft worden. Im Gegenteil dazu belohnt CS:GO ja förmlich das “Facen”. Da die Models unglaublich schnell und agil sind, kann man eigentlich immer wegkommen. Wenn man einen falschen “Strafe” in 1.6 gemacht hat, war man sofort tot (liegt auch daran, dass man wallbangen konnte).

Demos schauen und sich mit dem Spiel beschäftigen, sowie Gedanken machen und Situationen analysieren. Die Spieler sind es gewohnt einfach nicht zu überlegen, Hauptsache man hat gutes Aim und wenn man stirbt hat man halt Pech gehabt, oder noch besser, der Gegner hat Glück!

Also, das heißt es fehlt einerseits an der taktischen Ausbildung, andererseits ist CS:GO zu aim lastig?

Österreich fehlt es an einer fünf Mann Konstellation welche rein skilltechnisch talentiert genug ist um, zumindest im DACH Bereich, erfolgreich zu sein. Ohne harte Arbeit kann es auch keinen Erfolg geben. Sie müssen bereit sein langfristig an ihren Fehlern zu arbeiten, jeder sollte seinen Beitrag zum Erfolg wissen und an seiner speziellen Aufgabe arbeiten. Natürlich ist der Teamkapitän/ Ansager die Schlüsselperson dazu. Wenn es an Erfahrung fehlt, muss man halt umso intensiver versuchen zu verstehen woran man scheitert. Wichtig ist, dass man aus Fehlern lernt und versucht sie abzustellen. Ich habe das Gefühl, dass jeder denkt er sei schon der Beste und die anderen sind schuld.

Gäbe es eine rein Österreichische Liga würde das Niveau deutlich steigen.

Zum Abschluss ein paar Fragen kürzere Fragen :

Was wäre dein Traumteam in Österreich?:
amigo, Kakafu , mitsaras, shipta und vladir0x.

Eine österreichische Liga würde dies der Szene helfen?
Ja klar, Rivalität ist sehr gesund und wichtig für die Entwicklung des österreichischen CS. Es ist so wie in der Wirtschaft, ein Unternehmen das am Markt fungiert ist ständig gezwungen an seinen Produkten zu arbeiten und sie zu optimieren, damit es wettbewerbsfähig bleiben kann. Gäbe es eine rein Österreichische Liga würde das Niveau deutlich steigen.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, die letzten Wort gehören natürlich dir.
Vielen Dank an alle die mich unterstützen. Ich hoffe, dass der ein oder andere Spieler sich meine Worte zu Herzen nimmt und bald mehr Österreicher in der Szene für Sprechstoff sorgen (positiv natürlich, hi @csgo.austria Drama).

Schaut auch bei meinem Twitter vorbei www.twitter.com/vladir0x und falls ihr Interesse am Coaching habt, könnt ihr mich auf twitter oder unter vladir0x@gmx.at erreichen.

Happy fragging my friends!

 

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