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Der zweite Teil des Interviews mit Mark Kostenz

Im zweiten Teil des Interviews mit Mark Kostanz, der im Namen des EFS die LAN organisiert, sprachen wir über den momentanen Status von E-Sport in heimischen Gefilden.

Die Förderung von engagierten E-Sports Organisationen in Österreich, ist offensichtlich mangelhaft. Vor allem lebt der E-Sport von ehrenamtlichen Personen die ihre Freizeit opfern. Warum wird der E-Sport so stiefmütterlich behandelt?

Es hat natürlich schon Förderungen gegeben in der Vergangenheit, nur man kann eigentlich mehr oder weniger sagen, dass E-Sports immer noch in den Kinderschuhen steckt zumindest Österreich. Das nimmt aber von Jahr zu Jahr zu und was wirklich gefördert wird in der Szene, ist halt echt dass quasi ein Event veranstaltet worden ist, was den E-Sports-Kern in Österreich abdeckt. Ein Veranstalter, der wirklich ein Event für die E-Sports-Community macht, das hat bis jetzt gefehlt.

Warum hat E-Sports eigentlich so einen schweren Stand in Österreich?

Das ist echt eine gute Frage. Ich glaube, das hat generell ein bisschen was damit zu tun, dass die Mentalität des Österreichers an sich, der vielleicht skeptisch ist am Anfang und vielleicht dann ein bisschen braucht, bis er sich quasi neueren Sachen öffnet. Ich glaube, dass generell Österreicher ein bisschen hinterher sind im internationalen Vergleich. Aber man sieht ja jetzt, von einem Jahr auf das Andere sich schnell ändern kann, und da kann vielleicht dann auch unser Event als Art Pionierprojekt dienen, wo dann die ersten Leute in Österreich dann erstmals sehen, E-Sports hat vielleicht doch einen höheren Stellenwert in Österreich als geglaubt.

Es gibt seit Jahren aber gleichzeitig in Wien die Games City. Warum schafft es dann so eine große Messe es eigentlich nicht, die öffentliche Meinung ein bisschen positiver in Bezug zum E-Sports zu verbessern?

Die Games City ist eigentlich eine ziemlich coole Veranstaltung und ich gehe da jährlich hin, weil es mich wirklich sehr interessiert was so passiert in der Gaming Welt. Bei der Games City ist aber mehr der Fokus drauf, auf das ganze Gaming Genre und eher weniger auf E-Sports. Da versucht man gerade jetzt zum Beispiel, die Familien anzusprechen und generell die Thematik rund ums Zocken mehr oder weniger aufzugreifen. Und wer die Games City kennt, der weiß, da sind zum Beispiel viele Publisher dort, die die neusten Games ausprobieren können und bei uns geht es halt mehr so um diesen Competitiongeist, eben dieses E-Sports, wo wir zeigen wollen, da gibt es echt gute Teams in Österreich, die jetzt auf nationaler Ebene „batteln“ und die eben diesen Sportsgeist verfolgt mehr als jetzt dieses Gaming Stuff.

Was unterscheidet Gaming und E-Sports? Wie würdest du Gaming und E-Sports einer Person, die jetzt nicht so in der Materie ist, den Unterschied erklären?

Ich finde das Gaming bezieht sich mehr so generell auf die Materie Computer spielen und das hat teilweise den Aspekt, dass man zum Beispiel nicht vorhat, dass man sich zum Beispiel ständig verbessert oder mit einer Verbissenheit dahinter ist, dass man versucht, irgendwie auf Toplevel zu spielen. Ich glaube, da trennt sich dann irgendwie Gaming zu E-Sports. E-Sports ist dann der Aspekt vom Computerspiel, wo man eben aktiv versucht, irgendwie competitive zu sein. Dort wird versucht, mit seinem Team sich ständig zu verbessern und dann auch irgendwann mal was zu erreichen. Also Gaming ist eher so, dass man abschaltet und man spielt, hat Spaß und E-Sports fängt da an, wo eventuell der Spaß schon aufhört, Computerspielen teilweise schon zum Beruf wird, weil man eben diese ständige Selbstverbesserung bzw. die Verbesserung im Team vor Augen hat. Hier wird versucht, irgendwie sportliche Höchstleistungen zu erzielen. Das Ganze passiert dann auch im Kontext von zum Beispiel Turnieren und eben Preisgeld in der Hinsicht. E-Sports fängt da an, wo man quasi schon für Gaming bestimmte Summen verdienen kann durch Turnierssiege oder eben mit Verträge zum Beispiel. Aber grundlegend kann man sagen, dass E-Sports, wie der Name schon sagt, dass da eher die sportliche Wettkampfkomponente mehr im Fokus steht, als das Spielen als reiner Zeitvertreib.

Warum geschieht ausgerechnet im letzten Jahr so viel beim Thema E-Sports in Österreich? Kannst du dir das erklären?

Ja, ich kann mir das auf jeden Fall erklären. Und zwar glaube ich, dass sich in dem letzten halben Jahr vor allem sponsortechnisch wirklich viel getan hat in Österreich. Ich als Turnierorganisator bemerke das direkt ziemlich gut. Die ersten großen Unternehmen in Österreich sind bereit, dass jetzt zum Beispiel eine gewisse Summe zu investieren. Und natürlich merken das jetzt z.B. andere Wirtschaftsakteure und die wollen dann natürlich alle hier mitziehen. Außerdem glaube ich, dass das einen großen Boost geben wird in der nationalen Szene. Ich danke, dass wir uns noch sehr viel mehr für die Zukunft erwarten können.

Wo ist der große Unterschied, denn grundsätzlich hieß es in Österreich von Turnierorganisatoren oder ich kann es auch aus allgemeiner Erfahrung sprechen, ex existiert ein Finanzierungsproblem. Gleichzeitig gelingt es dem ESF mit einer ganzen Armee an Sponsoren aufzutreten. Wie kommt es dazu, dass es offensichtlich dem ESF besser gelingt, Sponsoren zu akquirieren als beispielsweise gemeinnützige Organisationen.

Der ESF hat dahingehend den Vorteil, dass sie mit einem ganzheitlichen E-Sports-Konzept auftreten, das es bis dato noch nicht gegeben hat in der Form zumindest Österreich. Es wird ja nicht nur ein Game gesponsert, sondern da wird ja sozusagen die ganze competitive scene in Österreich gezeigt und steht repräsentativ für das ESF. Die kleinen Organisationen tun sich da wohl schwerer, die jetzt zum Beispiel auf ein Game sich spezialisieren. Und wenn zum Beispiel dieses Game jetzt in den Augen der Allgemeinheit vielleicht nicht attraktiv wirkt bzw. dann vielleicht schlecht negativ konnotiert wird. Zum Beispiel Shooter, die tun sich wesentlich schwerer bei der Sponsorensuche, da diese Spiele teilweise heute noch einen schlechten Ruf genießen, obwohl das irgendwie ziemlich outdated ist. Ich glaube, wir haben da so die perfekte Nische gefunden, wo man sagt, okay man sponsert nicht nur ein Game, sondern man sponsert echt den österreichischen E-Sport.

Du hast einen Job, vor dem wahrscheinlich viele träumen, du verdienst dein Geld im ESports. Wie bist du überhaupt dazu gekommen?

Das ist eigentlich eine ganz skurrile Geschichte. Im Grunde bin ich da eigentlich nur reingekommen, weil ich eben die Verantwortlichen vom ESF geschrieben hab. Wie die Pressemeldung gekommen ist im November haben wir uns gedacht, oh da kommt echt mal was auf uns zu mehr oder weniger. Und das Konzept, habe ich als richtig cool gefunden. So wollte ich natürlich mehr wissen von dem Event. Und ich hab die einfach angeschrieben und hab quasi mit den Verantwortlichen darüber geschrieben, wie man vielleicht das Event aufwerten kann. Also ich hab auf gut Glück einfach angeschrieben, dass ich Ideen hätte für das Event und bin eingeladen worden. Die Stimmung hat sofort gepasst. Somit bin dann quasi einfach zum Team dazugestoßen und bin seitdem verantwortlich für die LAN-Organisation. Hauptsächlich für die LAN-Organisation, weil es genau mein Milieu ist und das funktioniert bis jetzt eigentlich ziemlich gut. Aber man muss dazusagen, dass vor allem die ganzen E-Sports-Partner einen großen Anteil dran haben, weil das echt grundsolide Leute sind, die ja teilweise schon länger kennen.

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