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Nokz:“Gewinnen, Verlieren, Lernen, Gewinnen.“

Ralph „nokz“ Quidet ist ein bekanntes Gesicht der österreichischen CS:GO-Community. Sein Team, Private eSports gilt als das stärkste österreichische Team. Kurz vor dem Saisonstart trafen wir uns deshalb mit ihm um über die Ziele der anstehenden und mittlerweile laufenden Saison zu sprechen.

Hallo nokz! Eine weitere Saison bricht für euch in der 99Damage Liga an, ist die Vorfreude groß?
Die Vorfreude hält sich in Grenzen. Gegen Ende der letzten Saison war die Vorfreude etwas größer, da wir dachten, dass wir uns wieder etwas mehr auf unser Training fokussieren können. Aufgrund schulischen/beruflichen Verpflichtungen haben wir die Pause leider nicht optimal nutzen können.

In der Vorsaison konntet ihr bis in die Playoffs vorpreschen, ist es diese Saison sogar möglich, auf den ersten Platz zu schielen?
Wie ich schon erwähnt habe, haben wir in den letzten Wochen nicht viel zusammengespielt. Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob wir uns überhaupt einen Relegationsplatz erspielen können.

Wer sind in deinen Augen die großen Favoriten auf den Aufstieg?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass NaToSaphiX mit SwiftFox eine gute Chance hat sich zumindest einen Relegationsplatz zu ergattern, lol. Aber EYES ON U, Planetkey Dynamics und allet overdriven sind natürlich auch nicht wegzudenken. Ich glaube, dass die Gruppe sehr ausgeglichen ist und die Teams, die sich weniger Fehler erlauben, werden verdient aufsteigen.

Die Einwechslung des Sproutspielers NaToSaphiX in der Relegation war für viele eine Überraschung. Was hast du dir im ersten Moment gedacht als du den Dänen gesehen hast auf dem Server?
Ich persönlich habe mir keine Sorgen gemacht. Man hat aber schon gemerkt, dass das Momentum, dass wir zu dem Zeitpunkt hatten, verloren ging. Wenn der Spieler dann noch wichtige Runden entscheidet, fühlt sich das natürlich auch nicht so gut an. Ich habe auf Cbble dann auch auf der T-Seite angesagt und ich habe schon gemerkt, wie viel er auch zu ihrem taktischen Spiel dazu beigetragen hat. Bevor er eingewechselt wurde, war ihre Rotation etwas langsamer und die Moves von ihnen waren nicht so effektiv. Mit NaToSaphiX haben sie uns weniger Freiraum gelassen und die xonx-Situationen auch besser ausgespielt. Sie haben einfach besser gespielt.

Bei der Betrachtung der Divisionen fällt vor allem auf, dass es in der Theorie wohl schwieriger sein wird den Aufstiegsplatz in der Division 2.1 zu erreichen als in der Anderen?
Ehrlich gesagt habe ich mich mit den Gruppen nicht im Detail auseinandergesetzt. 2nd-Division-Experten meinen, dass die Gruppe 2.1 diese Saison, im Vergleich zu unseren, ein wenig stärker ist. Ich kann dazu nur Eines dazu sagen, die Gewinner steigen auf und die Verlierer nicht.

Wie wir schon angemerkt haben, gibt es ja eine Nachbardivision. Wer ist für dich dort der große Favorit auf Platz 1. ?
-TBD- sollte aufsteigen, ganz klar. Die zwei Relegationsplätze sind meiner Meinung nach ganz offen.

Ihr habt euch diese Saison entschieden, dass du der Ingameleader bist, was waren die Beweggründe dafür?
Nach der Saison schlug Dimi (MITSARAS_) vor, ob ich es nicht versuchen will, den IGL zu übernehmen. Ich hatte in der Saison vorher schon ein paar Spiele/Maps angesagt und da lief es nicht so schlecht. Es hat natürlich auch einen experimentellen Grund, dass ich mich der Rolle anvertraut habe. Wenn es dazu kommen sollte, dass wir wieder IGL wechseln sollten, denke ich, dass wir durch das Tauschen der Rollen mehr als Team wachsen. Wer weiß vielleicht callt nächste Saison dieser sogenannte „rKy =D“.

Geht man damit nicht auch ein gewisses Risiko, wenn sich die Ingameleader-Position mehrmemals verändert? Oder bleibt ihr ohnehin immer einen gewissen Schema treu, unabhängig wer im moment der dezidierte Caller ist?
Wie du auch schon erwähnt hast, bleiben wir einem gewissen Schema treu und da ist es eben leichter die IGL-Position zu wechseln. Dimi (MITSARAS_) hilft ja immer noch bei Midroundcalls, und es hat sich eigentlich nicht viel geändert, außer dass wir Roman (Mongol) jetzt öfter als Entryspieler einsetzen. (Anmerkung: Mittlerweile hat MITSARAS wieder die Ingameleader-Rolle übernommen.)

Grundsätzlich warst Du in den Teams in denen du gespielt hast immer der AWP-Spieler. Dauert es lange sich in deiner neuen Situation zurechtzufinden?
Ja klar. Aber ich habe als Ansager erst bei OPERATION SNACKDOWN Erfahrung sammeln können. Die Erfahrung die ich mir in den letzten Jahren angeeignet habe, hilft natürlich auch bei so einem Rollentausch. Als junger Spieler seine Rolle zu ändern ist wahrscheinlich etwas schwieriger, da man „alles von neu lernen“, seinen Stil neu finden oder an eine Rolle anpassen muss. Jedoch profitiert man ja nur davon, wenn man mehrere Spielerrollen besetzen kann.

Neben der 99Liga seid ihr noch in der alpenScene Premiership und ESEA MAIN tätig, gleichzeitig erwähnst du, dass ihr nicht die notwendigen Stunden in das Spiel investieren konntet, wie ihr gerne wolltet. Habt ihr dann auch in den anderen Ligen eure Erwartungshaltung zurückgeschraubt?
Die Zielsetzung bei uns bleibt die Gleiche: Gewinnen, Verlieren, Lernen, Gewinnen.

Somit wäre es keine zu große Enttäuschung wenn ihr die Pro Series nicht gewinnt und auch nicht die Playoffs der ESEA Main erreicht?

Die alpenScene Premiership möchten wir natürlich gewinnen, aber bei der ESEA Main stehen wir gerade nicht so gut da, daher erwarten wären die Playoffs eine leichte Überraschung.

Zum Abschluss, die Pro Series geht in ihrer zweiten Saison langsam in die Zielgerade. Ist deiner Meinung nach die österreichische Szene stärker als noch vor 2 Jahren?
Die österreichische Szene ist etwas stärker geworden, aber da Leute immer wieder kommen und gehen, ändert sich halt nicht viel. Es gab immer ein Team, dass an die deutsche Profiszene angeklopft hat, aber ein dominierendes österreichische Team existiert leider noch nicht.

Das Interview darfst du mit deinen eigenen Worten abschließen. Gibt es etwas was du uns noch auf den Weg mitgeben willst?
Ich hoffe die österreichische Teams werden noch stärker. Bisher erwarten alle nur „Großes“ von uns. Ich wünsche mir eine gesunde Konkurrenz. Außerdem liebe Grüße an meine Familie, Freunde und mein Team.

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