alpenScene - CS:GO

„Finn: „…es war mir stets eine Freude ein Zauberer zu sein.“

Finn Luca „Finn“ Wettern ist der jüngste Manager, den die deutschsprachige CS:GO-Szene kennt. Mit seinen 17 Jahren kann er bereits auf ein 1,5 jähriges Engagement bei den WiseWizards zurückblicken. Mittlerweile ist der Hanseat bei der Traditionsorganisation Playing Ducks am Werken. Wir trafen uns mit Wettern, um mit ihm über die Vorkommnisse der letzten Zeit, aber auch darüber was ein eSport Manager alles können muss, zu reden.

Das erste Mal, dass dein Name mit alpenScene in Berührung gekommen ist, war damals mit Team Synest. Da wurde der mittlerweile für BIG Academy spielende Alexander „ReacTioNNN“ Grassauer von Admins gesperrt. Mittlerweile fast 2,5 Jahre später sind du, NinoZJE, aber auch DonaSpock, geläufige Namen. Ihr habt es alle in die oberste Riege des deutschen CS:GO geschafft. Wie erinnerst du dich an diese Zeit zurück?
Moin erst einmal! Trotzdessen, dass es eine kurze Zeit war, in der ich das Logo von Synest tragen durfte, war es eine sehr coole. Ich habe dort Spieler kennen gelernt, zu den ich auch heute noch guten Kontakt habe. Zwar gibt es Synest nicht mehr, dennoch war dies in meinen Augen der Anfang meiner Laufbahn.

Dachtest du dir damals schon, dass ihr alle einen Durchbruch paar Jahre später haben werdet?
Keineswegs! Zur Zeit von Synest war ich gerade einmal 15 Jahre alt und habe mich damit noch nicht so stark befasst. Das Interesse für den eSport war zwar bereits vorhanden, allerdings eher im Internationalen Bereich und mit dem Fokus auf Teams wie Titan, Fnatic, Virtus.pro oder den Ninjas.
Die nationale Szene hingegen war außerhalb meines Blickfeldes und hätte man mich damals gefragt was die ESL Meisterschaft sei, hätte ich vermutlich selber erst einmal im Internet danach suchen müssen. Hinzu kommt, dass ich früher eher noch selber aktiv am CS spielen war, mir Teams versucht habe aufzubauen und mich weniger für den Bereich des Managements interessiert habe.

Habt ihr heute untereinander noch Kontakt?
Ja man hegt den Kontakt in einem gewissen Ausmaß. Mit Anel (Nino) war ich zum Beispiel nicht nur bei Synest, sondern auch bei den WiseWizards. Hier hat es mich besonders gefreut, dass ich erneut mit ihm arbeiten durfte, denn er ist nicht nur menschlich in meinen Augen ein super Typ, sonder hat auch richtig was an der AWP drauf. Es freut mich sehr für ihn, dass er auf so einem hohen nationalen Level spielen kann. Und dass er nun mittlerweile auch unter No Limit Gaming erneut mit Mitsaras und chrissk in einer Organisation spielt, welche dem Team gute Mittel zur Verfügung stellen kann, um auch Österreich hoffentlich nach vorne zu bringen um neue Maßstäbe setzen zu können. Mit Alex (Reaction) habe ich auch nach wie vor Kontakt. Alex ist ein sehr junger, frag starker und sympathischer Spieler, welcher sich auch auf einem guten Weg befindet. Er hatte schon einige tolle Erfahrungen sammeln können in Div 1 Teams und ich denke, dass er bei BIG Academy auch noch viel lernen wird. Ich erhoffe mir sehr, ihn schon bald wieder im nationalen Div 1 Bereich sehen zu können.

War dein junges Alter für einen eSport Manager auch mal ein Problem für dich? Musstest du um Anerkennung kämpfen?
Am Anfang war es deutlich schwieriger, da ich auch keinen hatte, der mir wirklich zeigte, wie ich es zu machen habe. Geändert hat sich das ganze dann, als ich zu den WiseWizards gekommen war und diese mich trotz meines Alters (damals 16) für ihre Organisation und deren Div 1 Team gepickt haben. Hier hatte ich die mit Abstand beste Zeit meiner Karriere bislang, da mir dort viel beigebracht wurde, sei es durch Alena, Stefan oder vor allem Philipp, welche ein Teil des Managements waren. Und auch durch meine Spieler oder andere Leute der Szene, welche ich mit der Zeit kennen gelernt habe. Anerkennung war dennoch manchmal ein Thema, gerade weil man nicht zwingend als Autoritätsperson galt, was auch ein Stück Weit verständlich ist in einem jungen Alter, und wenige gesehen haben, was man eigentlich im Background alles macht. Dennoch denke ich mittlerweile, dass es wertgeschätzt wird, ansonsten wäre man nicht da wo man nun ist.

Was muss ein guter eSport Manager besonders können?
Meiner Meinung nach ist das wichtigste die Hingabe. Wenn man nicht mit 100% bei der Sache ist, kann man nicht die Leistung erbringen, die man möchte. Man sollte außerdem einen guten Überblick über die Szene haben, sei es von Insiderinformationen bis hin zu – was tut sich im Regelwerk der nächsten Saison. Ausdauer & Verständnis sind auch ein Punkt, den man nicht außer acht lassen sollte, da man es mit vielen unterschiedlichen Leuten zu tun hat, die alle anders drauf sind. Doch sehr relevant sind in meinen Augen die Kontakte, denn diese können gute Schnittpunkte sein, durch die man beispielsweise etwas lernen kann.”

Auf deinem Steamprofil findet man den Hinweis, dass Christian Lenz dein Vorbild ist. Was macht der BIG Manager besser als andere Manager?
Christian ist bereits mehrere Jahre im professionellen eSport Bereich als Manager tätig. Sei es unter Virtus.pro, Mousesports oder nun bei BIG. Er ist jemand, von dem man viel lernen kann, da er schon viele Eindrücke der Szene entnehmen konnte. Lenz war auf zahlreichen Events und vor allem auch auf den prestigeträchtigsten, den Majors. Er arbeitete mit vielen Namhaften Spielern und weiß wie man den Job richtig macht, sonst wäre auch er nicht da wo er heute ist. Lenz wäre einer, mit dem ich auf meinem Weg noch gerne mal arbeiten wollen würde, da ich ihn als einen Mentor ansehe, eben aufgrund seiner Erfahrung und Zeit im eSport Bereich. Zumal ist er der erfolgreichste Team Manager der Deutschen Szene und ich durfte ihn auch bereits persönlich kennen lernen und er ist auch ein sehr angenehmer Mensch.

Auszug aus: Farewell WiseWizards  (http://www.twitlonger.com/show/n_1sqp6k6)

DANKE @wizard_finn! Einen wie dich gibt es kein zweites Mal, du hast es geschafft, sämtliche WW-Werte in einer Person zu vereinen und sie dadurch gelebt, wie niemand sonst. Egal wohin dein Weg dich im Leben verschlägt, du wirst ihn mit Bravour meistern. Dir gebührend zu danken ist schlicht unmöglich – trotzdem sollst du wissen, dass dir ein Platz in unseren Herzen, weit über das Bestehen unserer Organisation hinaus, sicher ist.

Das Ende der WiseWizards kam für die Meisten überraschend. Wie sehr schmerzt es dich persönlich? Du warst ja neben Ph1do und Alena die große treibende Kraft hinter den Zauberern.
Es schmerzt sehr. Diese Wunde wird zwar heilen, dennoch bleibt immer eine Narbe bestehen. Es waren nun 1 ½ Jahre, in den ich die WiseWizards begleiten durfte. Nicht nur als Team Manager sondern auch im General Management, wo ich einige coole Eindrücke sammeln durfte. Ich bekam die Möglichkeit mit vielen coolen Leuten zusammenarbeiten und es war mir stets eine Freude, ein Zauberer zu sein. Gerade zu Alena und Philipp hege noch nach wie vor sehr guten Kontakt und aus dem “geschäftlichen Alltag” hat sich auch eine sehr enge Freundschaft entwickelt. Das wichtigste, so sagte Philipp immer, seien die menschlichen Werte. Das ist etwas was ich versucht habe mir so gut wie möglich einzuprägen, denn daran ist etwas wahres dran. Außerdem kam es bereits zu einem Treffen in der schönsten Stadt Deutschlands (Hamburg) was auch sehr cool war 😉 Dennoch sollte man nach vorne schauen und mit jeder Tür die sich schließt, öffnet sich auch eine neue.

Mittlerweile bist du bei den Playing Ducks als Manager tätig. Was machte schlussendlich den Ausschlag dass du dich den Enten anschließt?
Es war zuerst schwer, nach WiseWizards überhaupt etwas zu finden. Nicht weil es an Angeboten mangelte, sondern eher weil man sich selber noch nicht so sicher war, was man überhaupt möchte, gerade weil es auch eine so coole Zeit unter WiseWizards war. Letzten Endes habe ich mich dann für die Enten entschieden. Grund hierfür war unter anderem ein persönliches Gespräch mit Geppi, dem Chief Gaming Officer der Playing Ducks, welchen ich nun auch schon einige Zeit kenne und mit dem die gemeinsame Arbeit oder Absprache immer sehr angenehm war. Ein weiterer Aspekt war BMLN. Ein Spieler, welcher zuletzt auch bei den Zauberern mit mir gearbeitet hat und mit dem ich gerne weiter arbeiten wollte. Hinzu glaube ich, dass man mit diesem jungen, dennoch erfahrenen Lineup etwas erreichen kann. Hierbei sind die Ziele ganz klar. Wir wollen den Direktaufstieg in der ESL Meisterschaft erreichen und wenn eine gute 99Damage Saison spielen und eventuell auch an den Playoffs teilnehmen.

Business as usual: Das Interview darfst natürlich du beenden.
Ich möchte mich ganz herzlich bei alpenScene und threNos bedanken, die mir die Möglichkeit für das Interview geboten haben, an Philipp & Alena, ohne die ich nicht so weit gekommen wäre, an die Spieler & Leute, mit denen ich bereits arbeiten durfte und insbesondere auch Geppi und Thorsten der Playing Ducks, welche mir das Vertrauen entgegenbringen mit den Jungs die kommende Saison zu bestreiten. Außerdem natürlich auch ein Danke an alle Sponsoren & Partner der Playing Ducks.

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