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Das Ende des „Superteams“

Die Nachfolger sind bereits gefunden.

Es sollte der große Angriff eines österreichischen Lineups auf die deutsche Counter-Strike: Global Offensive Szene werden. Schlussendlich mündete der Plan in Ernüchterung. Jetzt wurden die ersten Konsequenzen gezogen, aber auch gleichzeitig die Weichen für die Zukunft gelegt.

Ende

Ein Gaming-Haus, ein eigenes Trainerteam, finanzieller Support und vieles mehr, sollte das No Limit Gaming CS:GO Lineup zu Erfolg führen. Doch gut vier Monate später steht man vor einer Zäsur. Sowohl in der ESL Meisterschaft als auch der 99Liga musste man Abstiege rechtfertigen. So war es nicht allzu verwunderlich, dass es zu Wechselgerüchten kam. Bereits gestern wurde dann bekannt, dass Christoph „chrissK“ Kröll sich entschied, sein Glück bei expert eSports zu versuchen. Anel „NinoZJE“ Zukic wird ihm bald folgen. Aber auch Roman „mongol“ Czylok wird das Team lediglich als Ersatzspieler unterstützen können, die akademische Karriere bekommt den Vorzug. Doch was bleibt von dem Team, dass alle Möglichkeit besaß und trotzdem scheiterte?

Team ≠ Team

Die vermeintlich besten Spieler aus einem Land in einem Lineup zu vereinigen, eine Entscheidung, die nicht per Definition zu Erfolg führt, weiß man spätestens seit dem gescheiterten französischen Projekt bei G2 aus dem Jahr 2018. Auch bei No Limit Gaming hat man jetzt diese Gewissheit. Vor allem schien es immer wieder ein Problem gewesen zu sein, dass die Spieler unterschiedliche Vorstellungen von der Spielphilosophie hatten. Mal zu aggressiv, dann wieder unachtsam, vor allem gegen Sparrunden. Aber auch die Rufe, wieder in Teams spielen zu können, die auch auf internationalen Servern für Furore sorgen, waren die Gründe, warum es letzten Endes zur Zäsur kam. Auch Dimitris „MITSARAS_“ Filoxenidis wird sich selbst hinterfragen müssen. Der Wiener verzichtete während der ganzen Saison auf seine eigenen Stärken, denn das AWP-Spiel sollte Zukic übernehmen. Das mündete darin, dass Filoxenidis bei den individuellen Statistiken in der ESL Meisterschaften im letzten Drittel zu finden gewesen ist. Auch schien es mit dem verpflichteten Trainer Robert „montrey“ Beyer zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein, da auch hier die Vorstellungen im taktischen Bereich divers gewesen sind.

Abermals österreichisch

Bereits während der Saison wurde allen Beteiligten klar, dass es vermutlich in dieser Konstellation nicht weiter gehen könne. So begab sich Stefan Schillhabel schon frühzeitig auf die Suche nach neuen Spielern, dabei sollten auch deutsche Spieler das Lineup von No Limit Gaming verstärken. Das Duo von CPLAY  Michael „Mikael“ Luong und Adrian „ADR1AN“ Blunck, aber auch Christian „ChrisWa“ Walter standen ganz oben auf der Liste. Durch die Verpflichtung von drei deutschen Spielern würde jedoch das „Gaming Haus“ in Ottakring an Attraktivität verlieren, so entschied man sich österreichisch zu bleiben, unter anderem der Tatsache auch geschuldet, dass Luong CPLAY noch eine Chance geben will und Walter ein anderes Projekt attraktiver fand. Als erster wurde Efekan „S3NSEY“ Topaloglu von den CW Lions Youngsters verpflichtet. Obwohl er in wenigen Tagen erst seinen 16 Geburtstag feiert, gilt er ohne jeden Zweifel als ein großes Versprechen für die Zukunft. Dazu wird Amir „TWEEZYCS“ Zuta von den WarKidZ geholt. Abermals ein Wiener, der trotz seines jungen Alters schon als abgebrüht gilt und sich beim ESF#19 in den Fokus von so mancher Organisation spielte. Zu guter Letzt soll man sich für Jakob „yuMaz“ Lang von plan-B entschieden haben, da man nicht länger auf eine Zusage bzw. Absage von Adrian „ADR1AN“ Blunck warten konnte. Beide Spieler sehen sich in der Lurker-Rolle, wenngleich Blunck sicherlich vorerst höher einzuschätzen ist, als Lang.

Zeit bleibt nicht stehen

Mit Spannung darf man auf die ersten Resultate warten, die das neue NLG Lineup nach Hause bringen wird. Das neu formierte Team kann nicht auf den Erfahrungsgehalt des Vorherigen zurückblicken, auch die mechanischen Fähigkeiten die ein Kröll zu experts mitnehmen wird, fehlen auf den ersten Blick. Doch der zweifache Aufstieg ist ohne jeden Zweifel zu schaffen, wenngleich abermals ein harter, steiniger Weg auf das Team wartet. Vor allem wird die Zeit für Filoxenidis knapp. Wie viele Teams darf der Wiener sich noch leisten, bevor der Zahn der Zeit an ihm zu nagen beginnt? Denn der internationale Durchbruch ist ihm vorerst noch verwehrt geblieben, wenngleich seine Fähigkeiten beispiellos in der österreichischen Szene sind.

vermutliches No Limit Gaming
Jonathan „xTreMe“ Steinhöfler
Jakob „yuMaz“ Lang
Amir „Tweezy“ Zuta
Efekan „S3nsey“ Topaloglu
Dimitris „MITSARAS_“ Filoxenidis

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