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Patrick Krippner: „… wenn nicht sogar DER attraktivste Esports-Titel.“

Die WarKidZ können mittlerweile getrost zu den erfolgreichsten E-Sport Organisationen in Österreich gezählt werden. alpenScene in Form von threNos schnappten sich Patrick „LocoLoki“ Krippner, den „Master Chief of the WarKidZ Multigaming Clan“ für ein Interview. Dabei steht CS:GO, aber auch die österreichische E-Sport Landschaft im Mittelpunkt.

Lieber Patrick, ich möchte das Interview beginnen mit einer Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt. Findest du, dass CS:GO an Attraktivität verliert für Organisationen? Oder was ist mitunter der Grund, weshalb Organisationen wie WarKidZ ein CS:GO Team führen.

Definitiv nicht! CS:GO ist für mich immer einer der, wenn nicht sogar DER attraktivste Esports-Titel. Es ist kurzweilig, oftmals unglaublich spannend und ein Game, das den Spielern alles abverlangt. Egal ob strategisches Denken, Ausdauer oder Präzision. Die unterschiedlichen Taktiken machen CS:GO für mich einfach immens interessant. Ich selbst spiele gerne die Titel meiner Teams, damit ich auch ein gewisses Grundwissen an den Tag legen kann, aber CS spiele ich seit 1.6 und für meine Verhältnisse CS:GO sogar ziemlich “aktiv”, was wohl der Grund für meine Leidenschaft zu den Spielen ist. Ich versuche bei jedem Game dabei zu sein und die Jungs am Stream anzufeuern so gut es geht.

CS:GO war von Anfang an ein Spiel, in dem wir uns als Organisation einen Namen machen wollten. Wenn man einen Esports-Verein gründet, kommt man einfach nicht um ein gutes CS:GO-Team herum. Dazu tragen die großen Ligen, wie die ESL oder 99dmg, aber eben auch alpenScene mit ihrem tollen Engagement für die Szene bei. Mit dem Team rund um huba, Nanuxx und Co. haben wir hier einige Sensationen vollbracht, auf die wir voller Stolz zurückblicken können. Nun wollen wir mit dem neuen Team rund um C3dril, farmaG und Co. neue und noch höhere Ziele verfolgen.

E-Sport kann mehr. WarKidZ veranstaltet regelmäßig einen karitativen Stream. Alle Spenden erreichen das St.Anna Kinderspital.

Haben für dich andere E-Sport Titel mehr Potenzial als CS:GO?

Leider ist CS:GO aktuell und auf dem Level, auf dem wir (noch) spielen, eine reine Investition. In Österreich hat League of Legends für viele Firmen einen höheren Stellenwert, weil es eben kein Shooter ist und die größte Spielerschaft hat. Wir hatten Glück mit willla einen Partner zu finden, der genau wie wir ein riesen Fan von CS:GO ist und dies auch bei den letzten ESF-Preisgeld-Sponsorings wohl deutlich zeigte. Diesen Mut haben nur wenige große Firmen in Österreich. Und dies wird auch noch eine Weile so bleiben, bis Shooter in der gesellschaftlichen Mitte angekommen sind. Spätestens bis unsere Generation am Management- und Polit-Olymp angekommen ist. Und irgendwann werden unsere Kinder einmal sagen, wie lächerlich das alles früher war. Ich erinnere mich noch allzu gut an Zeiten, in denen man im Fernsehen nicht einmal “scheiße” sagen durfte oder Motherfucker mit Schweinebacke übersetzt wurde.

Zum Glück gibt es LAN-Veranstalter und Liga-Organisatoren wie alpenScene, die trotz dieser Schwierigkeit CS:GO in ihr Programm aufnehmen, bzw. Turniere veranstalten. Vielen Dank dafür!

Wie lange wird es noch dauern, dass sich in Österreich der Bundeskanzler, sowie in Dänemark, auf einem E-Sport Turnier zeigt? Bzw. sogar auf einem CS:GO-Turnier?

In der aktuellen politischen Situation eine lustige Frage. Wer weiß, ob wir nächste Woche überhaupt noch einen Bundeskanzler haben werden?

Aber spätestens, wenn ich das Amt inne habe, komme ich bestimmt mal vorbei. 😉

Aber ernsthaft: Unsere amtstragenden Politiker sind, sofern nicht korrupt, altbacken und stauben aus den Ohren. Esport ist ihnen komplett egal, bzw. fehlt den meisten generell ein Verständnis für die Internetkultur. Bestes Beispiel: Der EU-Beschluss von Artikel 11 und Artikel 13 (mittlerweile Artikel 17). Da sitzen Leute an den Hebeln, die leider keinen blassen Schimmer haben, was ein Streamer oder YouTuber macht. Es ist an der Zeit, dass wir, die Gamer, in die Politik gehen und das ändern! Und das passiert zum Glück auch schon vereinzelt, was ich so mitbekomme. Das sollten sich noch weitaus mehr trauen, denn das was wir aktuell als Vereine machen, wie Aufklärungsarbeit zu leisten, Kooperationen mit großen Firmen eingehen, Verhandlungen mit Spielern führen, etc. kommt politischen Aktivitäten schon sehr nahe. (Und nein, ich gehe nicht in die Politik. Dafür sind mir leider ALLE Parteien zu unattraktiv. ^^)

Patrick Krippner (r.) und Co. sind mit ihrer Organisation auch in League of Legends äußerst erfolgreich.

Muss sich möglicherweise auch die E-Sport Kultur selbst kritisieren? Betreiben wir im Kollektiv vielleicht auch zu wenig populär Aufklärung?

Nein. Wir sind bereits auf dem richtigen Weg. Immer mehr Firmen erkennen das Potenzial von Esports im Allgemeinen und wenn man eine junge, moderne und kaufbereite Zielgruppe erreichen möchte, kommt man auch nicht an diesem Thema vorbei. Aufklärungsarbeit leisten alle so gut sie können. Es wird aber immer Personen/Firmen geben, die Angst vor gewissen Thematiken haben. Diese kann man dann auch nicht zwingen.  

Die Organisation WarKidZ ist eine Erfolgsgeschichte, was macht euch attraktiver als andere Organisationen? Denn zuletzt konntet ihr euch willla als Sponsor vorstellen.

Wir sind authentisch. Wir stehen dazu, ein wilder Haufen zu sein, der aber professionell auftreten kann und sehr strukturiert ist. Wir halten zusammen und sind auch mal gute Verlierer. Wichtig ist uns auch der Spaß an der Sache. Es ist unsere Freizeit und bei aller Professionalität sollte man das niemals vergessen. Wir verdienen alle kein Geld damit und bei uns gehen die Spieler immer vor. Ich denke, dass wir anderen Organisationen in Österreich stark ähneln, aber das Ziel unserer Gründung 2017 war es, niemals den Spaß zu vergessen. Das war wohl der Grund, wieso uns anfangs viele Organisationen nicht ernst genommen haben. Ja, wir haben ein Seepferdchen als Logo. Ja, wir haben einen martialischen Namen. Wieso? Weil wir es können! Und der Erfolg gibt uns recht. Und man darf ruhig auch mal verlieren, um seine Ziele zu erreichen. Ich denke das macht uns einzigartig. Wir nehmen uns selbst nicht allzu ernst und schaffen es dennoch, die österreichische Szene etwas auf den Kopf zu stellen. Was nicht heißen soll, dass wir andere Vereine schlechter ansehen. Im Gegenteil. Wir schätzen unsere Konkurrenten und pflegen mit allen sehr gute Kontakte.

Ihr seid ein Partner des A1 Hubs, inwiefern hilft euch die Infrastruktur von der österreichischen Mobilkom weiter?

Es ist natürlich sehr praktisch, wenn wir ein Bootcamp abhalten, oder unsere Spieler offline trainieren möchten. Aber generell finden wir, sollte der Hub für alle Vereine zugänglich sein. Wir wollen nicht, dass die Hubs als “Home” einer einzelnen Orga tituliert werden. Das ist unfair. Deshalb machen wir immer gerne Platz für Events, oder versuchen das Hub auch für Außenstehende, zum Beispiel im Rahmen eines Community-Treffens, zu öffnen.


Seid ihr täglich dort anzutreffen?

Nein, wir haben einen Terminkalender, in den wir uns eintragen müssen, wie die anderen Orgas auch. Man trifft uns also sehr unregelmäßig im Hub.

Die WarKidZ sind immer wieder im A1 Hub anzutreffen.

Zu guter Letzt. Was sind eure restlichen Ziele für 2019?

Zum einen ist die A1 League für unser League of Legends Team enorm spannend. Hier hoffen wir, die Sensation zu schaffen und auch dieses Turnier (nach dem ESF und der ACC Masters of eSports) zu holen.

Dann wünsche ich unserem CS:GO-Team, dass es endlich und verdienterweise den Aufstieg in die Div 2 schafft. Die Burschen sind wirklich extrem motiviert und waren nach dem unglücklichen Finale der 99dmg Relegation leider sehr geknickt. Die haben sich einen Div 2 Slot auf jeden Fall verdient!

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